Der Fall Wilkomirski
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Eine Glanzleistung des Jüdischen Verlags bei Suhrkamp,
aber nur die Spitze in Sachen Geschichtsfälschung. Der
am Zürichberg wohlbehütet aufgewachsene Bruno Gros-
jean nutzte einfach die Gunst der Stunde, als der Kreis
um Yad Vashem in den 80/90ern zum Zweihänder griff.
Gezeigt wird u.a., wie sehr der Fälscher akademisch ge-
deckt und gepampert wurde, wie die Manuskripte ähn-
lich oft angepasst wurden wie bei der Fiktion Anne Frank.
Psychologen, Historiker, die NZZ und die Shoa redeten
sich ins Feuer für diesen Clown. Peinlicher geht kaum.
Dass Daniel Ganzfried den Spuk auflöste, ehrt ihn sehr,
auch wenn er es bei dieser alleinigen Enthüllung beliess.
Mit der Vorleistung dieses Falsifikats wäre Wilkomirski
in Germany bestimmt irgendein Minister geworden.
Ein «Dr. Plagiat»-Titel stünde ihm ehrenhalber gut an.
Drehscheibe Prag
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Zur Bedeutung der ‘Drehscheibe Prag’ im Kontext der
deutschen Emigration in, und ab 1938 wieder aus der
Tschechoslowakei, mit Fokus auf die Literatenszene.
Auch John Heartfield-Fans kommen auf ihre Rechnung,
obwohl hier leider keines seiner Werke bebildert wird.
Erinnerungen an Ostpreussen
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Ein Schweizer, der in jungen Jahren seine
Verwandten im Baltikum besuchte und dabei
Land und Leute kennenlernte, liefert hier
einen Abriss vorweg über die deutschen
Siedler – und wie sie vertrieben wurden.
Zum Verbleib seiner eigenen Landsleute
(vgl. S. 84/85) ist ihm, 50 Jahre später, nur
wenig bekannt. Er weiss vor allem von Na-
men aus der französischen Schweiz. Evtl.
können ihm Leser auf den Sprung helfen.
Ab S. 22 berichtet er auch über Bernstein,
das «Gold des Nordens», mitsamt einem
grossen Bernsteinbergwerk.
Dietrich Bonhoeffer
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Ein Bilderbuch mit Texten.
Bonhoeffer verwies stets auf den Himmel und fand
für alles stets tröstliche Worte.
Beispiel: «Lobe den Herren den mächtigen
König... in wieviel Not hat nicht der gnädige Gott
über dir Flügel gebreitet.»
Über den Schattenwurf jener «Flügel» machte er sich
jedoch keinen Kopf. Sollten diese zu dicht aufliegen,
so nähmen sie dem «Begnadeten» sogar das Licht.
Sein einprägsamster Spruch war wohl: «Wer glaubt,
der flieht nicht» (vgl. S. 176).
Vom Hasard zur Katastrophe
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Wer gerne Ernst Bloch liest, kann hier seine Lita-
nei von 1934-1939 in vollen Zügen geniessen.
Den aufkommenden Nazis machte er sich mit
stets schöpferischer Sprache unnahbar und
schrieb u.a. über sie, vgl. Auszug von S. 386:
«(…) der hämische Muff, der typische Naziduft
ungelüfteter Betten, die Beimengung von Urin-
geruch (…)».
Dadurch war er im Widerstand und zählte schon
im Voraus zu den «Gerechten unter den Völkern».

